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Symposium der Novartis Stiftung debattiert Millenniums-Entwicklungsziele
Am 3. Dezember fand das Jahressymposium der Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung (NFSD) in Basel statt. Über 500 Vertreter von NGOs, des Privatsektors, von Universitäten und internationalen Organisationen haben daran teilgenommen.
Das Symposium debattierte zum Thema „10 Jahre Millenniums-Entwicklungsziele – Bilanz und Ausblick“ und setzte damit den Dialog nach dem Millenniums-Gipfel vom September 2010 in New York fort.
Joseph Jimenez, CEO von Novartis, betonte in seiner Eröffnungsrede, dass sich die Pharmaindustrie als Teil der Lösung für die weltweit anstehenden Herausforderungen verstehen muss. Für Novartis geht es dabei um die Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Grundversorgung – von der Schenkung von Lepra-Medikamenten über die Bereitstellung von Malaria-Therapien zum Selbstkostenpreis bis hin zur gemeinnützigen Erforschung seltener Krankheiten.
Reiche Länder erfüllen ihre Verpflichtungen nicht
Jeffrey Sachs, Direktor des Earth Institute an der New Yorker Columbia-Universität und Sonderberater des UN-Generalsekretärs, sagte, die Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs – Millennium Development Goals) wären erreichbar, wenn die Regierungen, die sie vor zehn Jahren gutgeheissen haben, ihren Verpflichtungen nachkämen. Die reichsten Länder der Erde – besonders die USA und Japan, aber auch die Schweiz – setzten weit weniger als die ursprünglich vereinbarten 0,7 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit ein.
Im Anschluss an das Referat von Jeffrey Sachs berichteten Salim Abdulla und Flora L. Kessy vom Ifakara Health Institute in Tansania über ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit der Reduktion von Kinder- und Müttersterblichkeit. Durch die Verbesserung der Gesundheitsdienste und konsequente Aufklärungsprogramme werde Tansania in der Lage sein, die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren bis 2015 zu halbieren.
Eveline Herfkens, die frühere niederländische Entwicklungshilfe-Ministerin und Sonderbeauftragte für die MDG-Kampagne, brachte ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass nicht wohltätige Institutionen, sondern Regierungen für die Entwicklungsbemühungen aufzukommen haben. Doch „Budget-Hilfe ist kein Blankoscheck“, erklärte sie ihren Zuhörern. Um zu verstehen, welche Entwicklungsstrategie ein Land verfolge und wie die Fördergelder eingesetzt würden, müsse zuerst ein ernsthafter Dialog geführt werden.
Ohne pragmatischen Idealismus keine nachhaltigen Erfolge
Klaus M. Leisinger, Präsident und Geschäftsführer der Novartis Stiftung, ging auf die Kooperation zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und privaten Unternehmen ein. Seiner Ansicht nach haben sich die Beziehungen in den letzten Jahren erheblich verbessert; die Partner hätten gelernt, sich mehr an den erreichten Resultaten statt am eigenen Beitrag zu orientieren. Auch in der Entwicklungszusammenarbeit sollten der Einsatz der vorhandenen Mittel auf seine Rentabilität überprüft und Zahlungen vom Erreichen gemeinsam festgelegter Ziele abhängig gemacht werden.
Amir Dossal, der bei der UNO die Partnerschaften der Weltorganisation mit privaten Geldgebern organisiert hatte, sprach sich ebenfalls für ein Mehr an Zusammenarbeit aus. Die von Privaten finanzierte UNO-Stiftung unterstütze derzeit mehr als 450 Projekte, berichtete er, die sich unter anderem der Gesundheit von Frauen und Kindern widmeten, die Bewältigung der Folgen des Klimawandels unterstützten oder sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzten.
Der schwedische Professor Hans Rosling schickte sich an, mit einigen landläufigen Ansichten zur „Dritten Welt“ aufzuräumen. Für Entwicklungen, die in Europa hundert und mehr Jahre gedauert haben, hätten die Staaten Afrikas wenige Jahrzehnte benötigt. In wenigen Jahren würden Länder wie Ghana oder Nigeria in den Kreis der Schwellenländer aufsteigen. Sie stünden jetzt dort, wo die „Tigerstaaten Asiens“ vor 40 Jahren waren.
Wie Hans Rosling gab sich auch die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance, zuversichtlich in Bezug auf die Chancen der Entwicklungsländer. Wir müssten die „soziale Marktwirtschaft“ globalisieren, forderte Schwan. Und das sei durchaus machbar, sofern Politik, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenspannten.
Bei allen Referenten gab es einen gemeinsamen Nenner: Die Ziele im Kampf gegen die Armut können nur erreicht werden, wenn sich alle Anspruchsgruppen an ihre Versprechen hielten; wenn die Regierungen im Süden eine verantwortungsbewusste Staatsführung förderten; wenn die Regierungen im Norden ihren Zusagen nachkämen; und wenn NGOs und Privatwirtschaft konstruktiv zusammenarbeiteten im Hinblick auf eine Welt, in der Armut nur noch eine Ausnahme ist.
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