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Medien - Novartis Schweiz

Medien - Novartis Schweiz

Symposium der Novartis Stiftung debattiert Neue Medien

Die Neuen Medien haben eine Wissens-Revolution ausgelöst. Dies das Fazit des von rund 500 Teilnehmenden besuchten Jahressymposiums der Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung (NFSD) vom 2. Dezember 2011 zum Thema "Neue Medien als Antrieb für Demokratisierung und Entwicklung?"

Joseph Jimenez, der CEO von Novartis, erklärte in seiner Eröffnungsrede: "Ich bin überzeugt davon, dass uns die Einführung neuer Technologien in den Entwicklungsländern eine einmalige Chance bietet, den Zugang zu Gesundheitsversorgung schnell und spürbar zu verbessern. Novartis will führend an dieser Entwicklung mitwirken und eng mit Regierungen, internationalen Organisationen, NGOs und der Industrie zusammenarbeiten, um innovative Lösungen für bedürftige Patienten zu finden, zu entwickeln und umzusetzen."

"Zeugen des schnellsten Wandels"

June Arunga, Juristin und Unternehmerin, sagte: "Für Afrika ist das Handy etwa gleich bedeutend wie die Erfindung des Rads." Es sei Büro, Kommunikationszentrum, Motivationsspender, Lebensretter und Warnanlage in einem. Überdies könnten mit Smartphones und GPS Daten für die überall fehlenden Landrechte festgestellt werden. Selbst beim Feststellen der Echtheit eines Heilmittels helfe das Handy auch in abgelegenen Gebieten Klarheit zu schaffen.

Für Hamadoun Touré, dem Generalsekretär der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), sind die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) das Raketentriebwerk für ein umfassendes Vorwärtskommen auch armer Länder: "Wir sind Zeugen des schnellsten Wandels in der Menschheitsgeschichte. Und ich glaube, wir haben in unserer Reichweite die bisher weitaus beste Gelegenheit, die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen voranzubringen. Lassen Sie uns diese Gelegenheit ergreifen!"


Podiumsdiskussion am Symposium, von
links: Richard Feachem,
Alexander Schulze, Suvi Lindén,
Hamadoun Touré

"Radikale Reform der Hilfe nötig"

Suvi Lindén, finnische Politikerin und Sonderbeauftragte der ITU für die Broadband Commission for Digital Development betonte die Wichtigkeit eines Ausbau des Breitbandes und der umfassenden Koordination aller E-Gesundheitsinitiativen via die Health-Agora. Anzustreben sei mit ihr eine digitale Gesellschaft, in der gesundheitsrelevante Informationen interaktiv ausgetauscht werden können.

Sir Richard Feachem, der Geschäftsführer der Global Health Group, sprach sich in seiner Analyse für eine radikale Reform der Hilfe aus. Der Revolution der Telekommunikationstechniken müsse eine Revolution der Entwicklungszusammenarbeit folgen. Hierzu brauche es mehr Eigenkapital und weniger Schulden, eine bessere Mischung zwischen öffentlichen und privaten Investitionen, mehr Öffentlich-Private-Partnerschaften sowie eine Reduktion der Hilfeleistungen an Ländern zugunsten globaler öffentlicher Güter, um z.B. neue Wissenschaften und Technologien fördern zu können.

Alexander Schulze, Access Program und Research Manager der NFSD, berichtete von seinen Feldforschungen in Mali und Tansania zur Verbesserung der medizinischen Grundversorgung in ländlichen Gebieten. Er lobte die IT-Werkzeuge, welche die Arbeiten wesentlich erleichterten, sicherer machten und rasche Datenvergleiche auf regionaler und nationaler Ebene ermöglichten. Bewertungen, Budgetierungen, Planungen und Qualitätsbestimmungen seien aber nach wie vor dem Menschen überlassen.


Gesundheitsarbeiterin im ländlichen
Bonsaaso Cluster in Ghana fragt via
Mobiltelefon einen Arzt in einem
Telekonsultationszentrum
um Rat

"Hier geht es um eine wirkliche Revolution"

Für den Online-Medien-Experten Zahi Alawi und die in Ägypten lebende Journalistin Astrid Frefel sind die Neuen Medien wie Facebook, Twitter und Handys war nicht die Auslöser, sicher aber die Katalysatoren der jüngsten Revolten in den arabischen Ländern. Die "digitalen Revolutionen" hätten es zuerst vor allem den Menschen in Tunesien und Ägypten erlaubt, jene Meinungsfreiheit wahrzunehmen, die ihnen von den Regimes über Dekaden verboten wurde. Hier war "der Antrieb für Demokratisierung" durch die Neuen Medien gegeben. Ob diese auch zur weiteren Entwicklung beitragen, müsse abgewartet werden.

Klaus M. Leisinger, Präsident und Geschäftsführer der Novartis Stiftung, sieht bereits eine "grundlegende Veränderung unseres Alltags" – dank der Neuen Medien. Entscheidend sei, dass beim aktuellen Aufbau "einer weltumspannenden Wissensgesellschaft" niemand ausgeschlossen bleibe. Denn der Zugang zur modernen Informations- und Kommunikationstechnik vertiefe die wechselseitigen Beziehungen und das gegenseitige Verständnis. Leisinger zusammenfassend: "Hier geht es um eine wirkliche Revolution: Sie wird unsere Welt verändern. Und ich bin überzeugt, dass die Neuen Medien auch die Gesundheitsversorgung auf dieser Welt revolutionieren werden."